Hallenbad und Freibad sind derzeit räumlich getrennt. Nach Beschluss der Stadtverordnetenversammlung sollen beide Einrichtungen nach Ablauf der Nutzungsdauer des bestehenden Freibades an einem gemeinsamen Standort zusammengeführt werden.

Welche Flächen künftig für Sport- und Freizeitnutzung – einschließlich eines Kombibades – vorgesehen werden, bleibt den weiteren Detailuntersuchungen sowie der anschließenden Bauleitplanung vorbehalten. Mit den Festlegungen im Flächennutzungsplan sichern wir jedoch bereits heute die notwendigen Flächen für eine zukunftsfähige Entwicklung von Sport und Freizeit in Griesheim.

Eine grüne Lunge für den Osten Griesheims

Die Fläche des heutigen Freibades soll langfristig als grüne Freifläche erhalten bleiben. Gemeinsam mit dem Kiefernwäldchen, den Außenflächen der Carlo-Mierendorff-Schule sowie gegebenenfalls angrenzenden Grundstücken kann hier eine großzügige „grüne Lunge“ mit hoher Aufenthaltsqualität entstehen – ein attraktiver Naherholungsraum für den Osten Griesheims.

Gleichzeitig eröffnet die Entwicklungsperspektive die Möglichkeit, das bisherige Freibadgelände teilweise als hochwertige Baugrundstücke zu veräußern. Mit den Verkaufserlösen könnte die Stadt sowohl das Grundstück für das neue Kombibad erwerben als auch einen Teil der Baukosten finanzieren.

Das neue Freibad als chlorfreies Naturbad

Wir setzen uns für den Bau eines chlorfreien Naturbades ein. Diese moderne und umweltfreundliche Form der Wasseraufbereitung bietet zahlreiche Vorteile gegenüber herkömmlichen Chlorbädern.

Mehrwert für die Stadt: Doppelte Nutzung der Liegeflächen

Ein klassisches Freibad ist nur während der Sommermonate geöffnet. In der übrigen Zeit bleibt das Gelände ungenutzt. Unsere Idee: Die Liegeflächen außerhalb der Badesaison als öffentlich zugänglichen Stadtpark öffnen.

So entsteht ein zusätzlicher Mehrwert für alle Bürgerinnen und Bürger. Der bestehende Baumbestand könnte in ein nachhaltiges Grünflächenkonzept integriert und dauerhaft erhalten werden. Dies steigert die Aufenthaltsqualität und den Freizeitwert erheblich – insbesondere für Familien und Kinder.

Warum Griesheim ein chlorfreies Naturbad braucht

Wir haben uns intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt:

  • Durchführung mehrerer Informationsveranstaltungen mit Fachreferenten
  • Dokumentation eines Fachvortrags (online abrufbar)
  • Exkursion in die nordhessische Stadt Heringen zur Besichtigung eines bestehenden Naturbades, inklusive Gesprächen mit Bürgermeister und Badleitung

Unsere wichtigsten Erkenntnisse

  1. Hervorragende Wasserqualität

Die Wasserreinigung erfolgt über biologische Filtersysteme (Biofilter). Die Wasserqualität ist mindestens gleichwertig – häufig sogar besser – als bei chlorbehandeltem Wasser.

  1. Gesundheitsvorteile
  • Kein Brennen in den Augen
  • Keine Chlorgerüche
  • Geringeres Risiko für Hautreizungen oder allergische Reaktionen
  1. Geringere Baukosten

Der Bau eines Naturbades ist etwa ein Drittel günstiger, da deutlich weniger technische Anlagen benötigt werden.

  1. Niedrigere Betriebskosten
  • Keine Ausgaben für Chemikalien
  • Wegfall spezieller Sicherheitszertifikate für den Umgang mit Chlor
  • Reduzierte Heizkosten, da sich das Wasser auf den Regenerationsflächen durch Sonneneinstrahlung erwärmt

Zwar ist der mechanische Reinigungsaufwand der Beckenwände etwas höher (gelegentliche Entfernung von Algenbewuchs), insgesamt liegen die Betriebskosten jedoch deutlich unter denen eines Chlorbades.

  1. Ökologisch und gestalterisch attraktiver

Da keine aggressive Chemie eingesetzt wird, können alternative Materialien wie Holzstege oder Sandbereiche integriert werden. Dies erhöht die Aufenthaltsqualität erheblich und macht das Bad zu einem echten Freizeit- und Naturerlebnis.

  1. Uneingeschränkter Sportbetrieb

Schwimmbetrieb, Vereinsnutzung und Wettkämpfe sind auch in einem chlorfreien Naturbad uneingeschränkt möglich.

  1. Höhere Besucherzahlen

Erfahrungen anderer Kommunen zeigen: Naturbäder führen häufig zu steigenden Besucherzahlen, da sie als moderner, gesünder und attraktiver wahrgenommen werden.

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